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KI-Kompass Gesundheit

Was erwartet Sie hier?

Praktische Hilfe für Ihre Gesundheitsfragen

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie KI bei Gesundheitsfragen sinnvoll und sicher nutzen können. Sie bekommen einen Überblick, was KI leisten kann und wo die Grenzen liegen, wie Sie sich Befunde erklären lassen und auf Gespräche vorbereiten können. Das Herzstück sind geprüfte Muster-Prompts: Textvorlagen, die Sie direkt übernehmen können. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie KI-Antworten prüfen, Unsicherheiten erkennen und Ihre Gesundheitsdaten schützen.

01 Was KI kann – und was nicht

Was ist Künstliche Intelligenz?

Wenn Sie einen Befund vor sich haben, einen medizinischen Begriff nicht verstehen oder nach einem Gespräch Ihre Gedanken ordnen möchten, kann Künstliche Intelligenz (KI) hilfreich sein. Generative KI kann auf eine Frage oder Anweisung hin neue Inhalte erstellen – zum Beispiel Texte.1 Im Gesundheitsbereich kann sie helfen, Informationen verständlicher zu formulieren, Texte zusammenzufassen oder Fragen zu strukturieren.2

Wichtig ist: KI kann falsch, unvollständig oder für Ihre persönliche Situation unpassend antworten – auch wenn die Antwort überzeugend klingt. 2,3 Deshalb eignet sie sich vor allem zum Verstehen, Ordnen und Vorbereiten von Gesundheitsinformationen. Diagnosen und medizinische Entscheidungen sollten Sie immer gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam besprechen.

Dabei kann KI unterstützen

  • medizinische Fachbegriffe und Abkürzungen erklären, 

  • längere Informationen zusammenfassen, 

  • vorhandene Texte und eigene Notizen strukturieren, 

  • Fragen für das ärztliche Gespräch sammeln, 

  • Sorgen, Ziele und Prioritäten ordnen, 

  • bereits genannte Behandlungsoptionen übersichtlich gegenüberstellen. 

Dafür sollte KI nicht verwendet werden

  • Diagnosen stellen, bestätigen oder ausschließen, 

  • Befunde medizinisch beurteilen, 

  • individuelle Risiken oder Prognosen einschätzen, 

  • Therapien auswählen oder als „die beste“ empfehlen, 

  • Medikamente empfehlen, dosieren, beginnen oder absetzen, 

  • die Dringlichkeit von Beschwerden allein beurteilen, 

  • eine ärztliche Zweitmeinung ersetzen.

[1] World Health Organization (WHO). Ethics and governance of artificial intelligence for health: Guidance on large multi-modal models. WHO. ISBN 978-92-4-008475-9.

[2] Busch F, Hoffmann L, Rueger C, et al. Current applications and challenges in large language models for patient care: a systematic review. Communications Medicine. 2025;5:26. doi: 10.1038/s43856-024-00717-2.

[3] Bean AM, Payne RE, Parsons G, et al. Reliability of LLMs as medical assistants for the general public: a randomized preregistered study. Nature Medicine. 2026;32:609–615. doi: 10.1038/s41591-025-04074-y.

02 KI im Gesundheitsbereich

Was Ärzt*innen und Patientenvertreter*innen als Chance sehen

03 Mit KI besser ins ärztliche Gespräch

Fragen, Sorgen und Ziele für den nächsten Termin ordnen

Drei Fragen vor dem "Ja"

Drei Fragen vor dem "Ja"

Diese drei Fragen sind wissenschaftlich erprobt und unterstützen Sie dabei, sich aktiv an medizinischen Entscheidungen zu beteiligen (Shared Decision Making). Sie können dazu beitragen, dass Sie wichtige Informationen über Ihre Möglichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile erhalten. Damit haben Sie eine gute Grundlage, um gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam eine informierte Entscheidung zu treffen. 1,2

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Ein Gespräch mit dem Behandlungsteam ist oft schnell vorbei – und nicht jede Frage fällt einem im richtigen Moment ein. KI kann Ihnen helfen, Fragen, Sorgen und Ziele vorher zu ordnen und die wichtigsten Punkte für das Gespräch festzuhalten.

Dabei kann KI unterstützen

  • offene Fragen zu sammeln, 

  • unklare Informationen zu markieren, 

  • Sorgen in Worte zu fassen, 

  • eigene Ziele und Erwartungen sortieren, 

  • wichtige Themen anzusprechen, 

  • eine kurze Terminliste erstellen, 

  • bereits genannte Behandlungsoptionen übersichtlich gegenüberstellen, 

  • die drei Fragen vor dem „Ja“ vorbereiten.

Dafür sollte KI nicht verwendet werden

  • welche Behandlung medizinisch geeignet ist,

  • welche Option persönlich „die beste“ ist,

  • ob eine Behandlung notwendig ist,

  • wie hoch ein individuelles Risiko ist,

  • ob auf eine Behandlung verzichtet werden kann.

04 Medizinische Informationen sicher verstehen

Befunde, Fachbegriffe und Behandlungsoptionen: Was steht da eigentlich?

Haben Sie einen ärztlichen Befund bekommen, in dem Sie nicht alles verstehen. Oder Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat verschiedene Behandlungen mit Ihnen besprochen – und zu Hause möchten Sie noch einmal in Ruhe nachlesen oder vergleichen: Was sind die allgemeinen Vor- und Nachteile? Worin unterscheiden sich die Möglichkeiten? Was möchte ich beim nächsten Termin noch fragen?

KI kann helfen, vorhandene medizinische Informationen verständlicher zu machen und Informationen zu bereits genannten Behandlungsoptionen zu ordnen.1,2

Dabei kann KI helfen

  • Fachbegriffe und mögliche Bedeutungen von Abkürzungen erklären,

  • schwierige Passagen eines Befunds verständlicher formulieren,

  • Arztbriefe oder Befunde gliedern und zusammenfassen,

  • allgemeine Vor- und Nachteile von Behandlungsmöglichkeiten gegenüberstellen,

  • Unterschiede zwischen diesen Möglichkeiten verständlich erklären,

  • offene Fragen für das nächste Gespräch sammeln,

  • Informationen in eine andere Sprache übersetzen.1,2


Beispiel: Zwei Behandlungen stehen zur Wahl

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Behandlung A und Behandlung B mit Ihnen besprochen. Sie möchten die Unterschiede besser verstehen. Dann können Sie die KI zum Beispiel fragen:

„Mein Arzt hat Behandlung A und Behandlung B genannt. Erkläre mir die allgemeinen Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten in verständlicher Sprache. Triff keine Empfehlung für mich. Nenne mir außerdem Fragen, die ich mit meinem Arzt besprechen kann.“

Nicht geeignet wäre dagegen die Frage: „Welche der beiden Behandlungen ist für mich die beste?“ Welche Möglichkeit zu Ihrer persönlichen Situation passt, hängt von vielen medizinischen und persönlichen Faktoren ab und gehört in die gemeinsame Entscheidung mit Ihrem Behandlungsteam.1,3

KI kann erklären – die medizinische Einordnung übernimmt Ihr Behandlungsteam 

„Erkläre mir diesen Befund in einfacher Sprache.“
→ Die KI erklärt den vorhandenen Text.

„Ist dieser Befund gefährlich?“
→ Dafür ist eine medizinische Einordnung Ihrer persönlichen Situation nötig.

Merksatz: Eine sprachliche Erklärung beschreibt, was im Dokument steht. Eine medizinische Einschätzung erklärt, was der Befund für Sie persönlich bedeutet. Die Einschätzung sollte immer gemeinsam mit dem Behandlungsteam erfolgen.

Bevor Sie einen Befund eingeben oder hochladen

Entfernen Sie persönliche Angaben, die für Ihre Frage nicht nötig sind – zum Beispiel Ihren Namen, Geburtsdatum, Adresse oder Versicherungsnummer.Mehr zum Schutz Ihrer Gesundheitsdaten erfahren Sie in Kapitel 07.

Möchten Sie es selbst ausprobieren?

In Kapitel 05 „Sichere KI-Vorlagen“ finden Sie geprüfte Beispielprompts für medizinische Aufgaben – zum Beispiel zum Erklären eines Befunds, Vergleichen bereits genannter Behandlungsoptionen oder Vorbereiten von Fragen für das nächste Arztgespräch.

1 Busch F, Hoffmann L, Rueger C, et al. Current applications and challenges in large language models for patient care: a systematic review. Communications Medicine. 2025;5:26. doi:10.1038/s43856-024-00717-2.

2 Rust P, Frings J, Meister S, Fehring L. Evaluation of a large language model to simplify discharge summaries and provide cardiological lifestyle recommendations. Communications Medicine. 2025;5:208. doi:10.1038/s43856-025-00927-2.

3 World Health Organization. Ethics and governance of artificial intelligence for health: Guidance on large multi-modal models. Geneva: World Health Organization; 2025.

05 Sichere KI-Vorlagen

So nutzen Sie einen Prompt Schritt für Schritt

Ein Prompt ist die Frage oder Anweisung, die Sie an eine KI eingeben. Je klarer Sie formulieren, wobei die KI helfen soll – und wo ihre Aufgabe endet –, desto gezielter kann die Antwort ausfallen. Unsere Vorlagen helfen Ihnen dabei, Befunde und Fachbegriffe besser zu verstehen, Behandlungsoptionen zu ordnen, Informationen zusammenzufassen und Fragen für das nächste Gespräch vorzubereiten.

So nutzen Sie die Vorlagen

  • Passende Vorlage wählen und anpassen
    Wählen Sie die Vorlage, die zu Ihrer Situation passt, und ergänzen Sie nur die Informationen, die für Ihre Frage wirklich nötig sind.

  • Persönliche Daten entfernen
    Geben Sie nur Informationen ein, die für Ihre Frage nötig sind. Entfernen Sie zum Beispiel Namen, Geburtsdatum, Adresse, Versicherungsnummer oder andere Angaben, über die Sie erkannt werden können.

  • Antwort prüfen und offene medizinische Fragen mit dem Behandlungsteam besprechen
    Achten Sie darauf, ob die KI bei Ihrer Aufgabe bleibt und kenntlich macht, wenn Informationen fehlen oder etwas unklar ist. Medizinisch wichtige Fragen besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam.

Welche Vorlage passt zu Ihrer Situation?

Was ist mir wichtig? Was beschäftigt mich? Was möchte ich erreichen oder vermeiden?

Verstehen / klären

„Ich lebe mit [Erkrankung oder gesundheitliche Situation einfügen]. Vor meinem nächsten ärztlichen Gespräch möchte ich meine Gedanken besser ordnen. Dabei beschäftigen mich vor allem [Sorgen, Fragen oder Unsicherheiten einfügen].

Hilf mir, diese Punkte übersichtlich zu sortieren und ähnliche Themen zusammenzufassen. Zeige mir, welche Punkte ich im Gespräch ansprechen könnte. Gib keine Diagnose, medizinische Bewertung oder Behandlungsempfehlung. Wenn Informationen fehlen oder etwas unklar ist, triff keine Annahmen. Sage, was fehlt, und stelle Rückfragen, wenn sie für die Aufgabe wirklich nötig ist“

Herausfinden, was mir wichtig ist

"Ich lebe mit [Erkrankung oder gesundheitliche Situation]. Bei einer möglichen Behandlung oder medizinischen Entscheidung sind mir besonders wichtig: [z. B. Lebensqualität, möglichst wenige Nebenwirkungen, Zeit mit meiner Familie, Selbstständigkeit, Arbeitsfähigkeit].

Hilf mir herauszufinden, welche Ziele und Prioritäten für mich besonders wichtig sind. Ordne meine Angaben übersichtlich und zeige mir, welche Punkte ich mit meinem Behandlungsteam besprechen sollte.

Bitte entscheide nicht für mich und gib keine Empfehlung für eine bestimmte Behandlung.“

Nächste Fragen und Schritte vorbereiten

„Ich habe für mich herausgearbeitet, was mir bei meiner Behandlung besonders wichtig ist: [Ziele und Prioritäten einfügen]. Sorgen mache ich mir vor allem über [Sorgen einfügen].

Hilf mir, daraus eine kurze Vorbereitung für mein nächstes Arztgespräch zu machen. Formuliere:

meine wichtigsten Ziele und Prioritäten,

die Punkte, die ich unbedingt ansprechen möchte,

drei konkrete Fragen, die mir helfen können, gemeinsam mit meinem Behandlungsteam eine Entscheidung zu treffen.

Bitte gib keine Empfehlung für eine bestimmte Behandlung und triff keine Entscheidung für mich.“

Achten Sie darauf, dass die KI Ihre Angaben ordnet und nicht bewertet, welche Entscheidung für Sie richtig ist.

06 KI-Antworten prüfen und Grenzen erkennen

Klingt richtig – stimmt es auch?

Eine KI-Antwort kann sehr klar und überzeugend klingen – und trotzdem nicht ganz richtig oder vollständig sein. Gerade bei Gesundheitsthemen lohnt es sich deshalb, kurz zu prüfen: Passt die Antwort zu meiner Frage? Fehlen wichtige Informationen? Und überschreitet die KI ihre Rolle? So können Sie die hilfreiche Antworten der KI nutzen und trotzdem erkennen, wann Sie besser bei Ihrem Behandlungsteam nachfragen.

Typische Fehler von KI

  • Fehlen wichtige Angaben? 

  • Wird deutlich, was sicher und was unsicher ist? 

  • Sind die Information aktuell? 

  • Nennt die KI konkrete Quellen, die Sie nachsehen können? 

  • Bleibt die KI beim Erklären und Ordnen – oder beginnt sie zu diagnostizieren, zu bewerten oder zu empfehlen?

  • Klingen Zahlen, Studien oder Quellen zwar überzeugend – lassen sich aber nicht nachvollziehen oder wiederfinden? 

  • Macht die KI aus allgemeinen Informationen plötzlich eine persönliche Aussage über Sie oder Ihre Behandlung?

Woran erkenne ich eine bessere KI-Antwort?

  • Sie trennt allgemeine Informationen von persönlichen Aussagen.

  • Sie benennt Unsicherheiten.

  • Sie erklärt, welche Informationen fehlen.

  • Sie nennt überprüfbare Quellen.

  • Sie macht das Veröffentlichungsdatum sichtbar.

  • Sie behauptet nicht mehr, als aus der Eingabe hervorgeht.

  • Sie weist auf medizinische Abklärung hin, wenn diese erforderlich ist.

07 Gesundheitsdaten schützen

Bevor Sie etwas eingeben: persönliche Daten entfernen

Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Geben Sie einer KI deshalb nur die Informationen, die sie für Ihre Aufgabe wirklich braucht. Prüfen Sie vor dem Einfügen oder Hochladen eines Dokuments, ob Angaben enthalten sind, über die Sie oder andere Personen erkannt werden können.

Diese Angaben möglichst entfernen

  • Name und Kontaktdaten,

  • Geburtsdatum,

  • Versicherungs-, Patienten- oder Fallnummern,

  • Namen von Angehörigen oder behandelnden Personen,

  • QR-Codes, Barcodes, Unterschriften und andere eindeutige Kennzeichen.

Nur das eingeben, was wirklich nötig ist

  • möglichst nur relevante Textausschnitte statt ganzer Dokumente verwenden,

  • nicht benötigte Teile der Krankengeschichte weglassen,

  • Kopfzeilen, Bilder und andere Dokumentbestandteile auf persönliche Angaben prüfen,

  • bei besonders sensiblen Informationen zurückhaltend sein.

Prüfen Sie auch das KI-Angebot

  • Werden Ihre Eingaben gespeichert oder weiterverwendet?

  • Können Eingaben von Menschen eingesehen werden?

  • Können Sie die Nutzung Ihrer Daten für die Weiterentwicklung des Systems ausschalten?

  • Welche Datenschutz-Einstellungen stehen Ihnen zur Verfügung?


So viele Informationen wie nötig – so wenige persönliche Daten wie möglich